Soziale Projekte

 

  Wenn die Sonne nicht auf Lob und Bitten wartet, um aufzugehen,
sondern eben leuchtet und von der ganzen Welt begrüßt wird,
so darfst auch du weder Schmeichelei noch Beifall brauchen, um Gutes zu tun.
Aus dir selbst heraus musst du es tun: Dann wirst du wie die Sonne geliebt werden. 

Epiktet (50 - 138) griechischer Philosoph                  

Liebe Tierfreunde und Helfer!

Zuerst einmal vielen Dank für Ihr Interesse an dem Projekt "Happy☺Kids" des Vereins "Freestyle Horse Agility e.V." Ein Projekt, das maßgeblich von Ihrer Hilfe und Unterstützung lebt.

Die folgenden Punkte geben Ihnen einen kurzen Einblick zum Hintergrund und Zweck des Projektes "Happy☺Kids".

Für wen ist Happy☺Kids?
Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche mit schwerst- und lebensverkürzenden Erkrankungen oder einem Handicap, das ihr tägliches Leben in besonders schwerer Form einschränkt.

Ziel des Happy☺Kids Projektes
Unter solch schwerwiegenden Lebensumständen gibt es im Alltag meist wenige Lichtblicke. Dinge die uns und Ihnen völlig "normal" erscheinen, können hier schon kleine Wunder bewirken. Genau das wollen wir mit Happy☺Kids erreichen. Wir wollen mit (für uns) oft alltäglichen Dingen, wieder Lichtblicke und neue Hoffnung in das Leben der Betroffenen bringen und so vielleicht das kleine Wunder bewirken. Die Kinder und Jugendlichen von ihrem Schicksal ablenken und ihnen wertvolle Momente der Freude schenken. Den kleinen Patienten, mit etwas Besonderem, wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ihnen für eine gewisse Zeit das Gefühl des "Kindseins" zurück zu geben. Das ist das Ziel des Happy☺Kids Projektes.

Wer kann bei Happy☺Kids mitmachen?
Grundsätzlich kann "jeder" mitmachen, der sich sozial engagieren und diesen Kindern etwas "Gutes" tun möchte. Der Einsatz ist in der Regel überschaubar: den kleinen und großen Patienten ein wenig seiner Zeit zu schenken und sich mit ihnen befassen.

Wie können Sie Happy☺Kids unterstützen?
Dies ist sehr stark von der jeweiligen Situation des Kindes abhängig. Möglich ist theoretisch "ALLES". Ein "umgängliches, kinderfreundliches Tier" mit denen man Schmusen oder Spazieren gehen, es pflegen oder einfach nur beobachten kann. Der Besuch eines Bauernhofes, Freizeit- oder Tierparks, eine Traktor-, Kutsch- oder Bootsfahrt... Das und noch vieles mehr kann Kinderherzen höher schlagen lassen. Haben Sie vielleicht ein besonderes Hobby, Talent oder Faible (bspw. eine spezielle Sammlung)? Oder können Sie ein Treffen mit einem "Lieblings-Star" arrangieren? Auch dann sollten Sie sich angesprochen fühlen! Alles was für die Kids interessant sein und sie vom Alltag ablenken kann, ist auch für das "Happy☺Kids" Projekt interessant. Es kann also (fast) jeder helfen.

Mit welchem Zeitaufwand ist zu rechnen?
Der zu leistende Zeitaufwand ist ebenfalls vom Einzelfall anhängig und wird natürlich auch von der, Ihnen zur Verfügung stehenden, Zeit begrenzt. Zu berücksichtigen ist darüber hinaus, dass auch gewisse Art von Flexibilität notwendig ist, da die Kids zwischen Arzt-, Krankenhausaufenthalten und Chemotherapien zum einen nur begrenzt Zeit haben, zum anderen der Gesundheitszustand die Freizeitaktivitäten oft sehr einschränkt.

Benötigen Happy☺Kids Unterstützer eine spezielle Ausbildung?
Nein, es wird keine spezielle Ausbildung benötigt bzw. vorausgesetzt. Der Wunsch, sich sozial engagieren zu wollen und den erkrankten Kindern eine schöne Zeit zu ermöglichen, ist ausreichend, um Teil des Projektes zu werden. Notwendig ist dabei sicher auch ein gewisses Maß an Feingefühl für die spezielle Situation der Kids und das Wissen um den mgl. Verlauf des Krankheitsbildes.

Welche Versicherung sollten die Tiere oder die ehrenamtlichen Helfer haben?
Wollen Sie sich mit Ihrem Tier engagieren, so sollten Sie eine Tierhaftpflichtversicherung besitzen. Pferde (Ponys/Esel) sollten zudem eine Fremdreiter-Risikoversicherung haben.

Wo erhält man weitere Informationen zu Happy☺Kids oder wo kann man sich hinwenden, wenn man das Projekt gerne unterstützen würde?
Besuchen Sie unsere Webseite www.happy-kids-projekt.de.
Corinna Ertl beantwortet gerne all Ihre Fragen. Sie ist telefonisch unter der Mobilnummer 01 71 / 4 81 59 66 oder per Email an co-ertl@t-online.de erreichbar.

Vorgeschichte der heutigen Initiatoren

Soziales Engagement spielte bei unseren Initiatoren/Gründern seit je her eine wichtige Rolle. Die ersten organisierten "Großevents" liegen schon weit mehr als 10 Jahre zurück, damals allerdings noch nicht im Rahmen von "Happy☺Kids". Die seitdem gemachten Erfahrungen prägten die Initiatoren und veranlassten sie diese Events keine "Eintagsfliegen" werden zu lassen. Noch heute kann Happy?Kids von den gemachten Erfahren und den geknüpften Kontakten dieser Zeit profitieren.

Die Anfänge lagen im Jahr 1999, als mit den Spenden, einer zu 100% gesponsorten Hochzeit und der daraus resultierenden Medienpräsenz, ein großer Obolus zum Kauf eines Babynotarztwagens für den ASB in Darmstadt, geleistet werden konnte.

Im Jahr 2002 folgte dann das nächste Großevent (Weltrekord - 50 Std. Dauertorwandschießen der Frauen). Im Rahmen der Organisation entstand dann der erste Kontakt zur Kinderkrebsstation der Uniklinik Frankfurt, da auch der Erlös dieses Events wieder sozial verwendet werden sollte. Die Idee war, auf der Station eine Art Bedarfsliste zu erstellen, welche sowohl Notwendiges beinhal-tete, als auch Wünsche, die den, meist schwerst erkrankten, Kindern sehr am Herzen lagen. Es war ein voller Erfolg. Aus dem Erlös des Events und den vielen Sachspenden konnten ausnahmslos alle Wünsche erfüllt werden. Insgesamt konnten so Sachspenden (Lern PCs, Janosch Geschirr, Spiele u.v.m.) im Wert von über 10.000 EUR an die Kinderkrebsstation übergeben werden. An vielen Dingen können sich die kleinen Patienten heute noch erfreuen.

2010 wurde die Idee eines weiteren Weltrekordversuches ("Größte Tombola der Welt") geboren, dessen Erlös ebenfalls einem guten Zweck dienen sollte. Nach den positiven Erfahrungen des letzten Events, sollte auch hiervon wieder ein Personenkreis profitieren, der im richtigen Leben mit sehr großen Entbehrungen umzugehen hat. Wieder wurden Gespräche mit den bekannten Ansprechpartnern der Kinderkrebsstation geführt und entschieden mit dem Erlös, weitere Projekte der Krebsstation zu fördern. Gefördert wurde eine Galerie mit selbstgemalten Bildern der an Krebs erkrankten Kinder sowie ein 4-tägiger Abenteuer Urlaub des Projektes "Naturerlebnisse", an der 10 kleine Patienten (incl. Geschwisterkinder) teilnehmen konnten. Insgesamt ein Erlös von ca. 7.200,00 EUR /p>

Die Entstehung von Happy☺Kids und "Ayleen"

Im einem der vielen Gespräche mit der Kinderkrebsstation in Frankfurt überlegten wir, welche weiteren Möglichkeiten es geben könnte, den Kids einen Teil ihrer verloren gegangen Lebensfreude wieder zurück zu geben. Dabei kam die Idee auf, dass bspw. der Umgang mit Tieren in den Klinik-/Therapiepausen eine vielversprechende Möglichkeit sein könnte, bei den Kindern für etwas Ablenkung und Freude zu sorgen. Als Pferdesportverein (FHAG e.V.) war es dann das Naheliegendste, dies mit einem der "umgänglichen und freundlichen" Pferd aus den eigenen Reihen auszuprobieren. Wir boten der Klinik an, uns Kinder, die Interesse an Pferden haben, reiten wollten oder einfach Lust verspürten, die Pferde mal streicheln oder pflegen zu wollen, zu vermitteln.
Es war eine Idee, ein Versuch und es dauerte bis zum Februar 2012, als dieses Angebot erstmalig angenommen wurde. Ein 11 jähriges, an Knochenkrebs erkranktes und medizinisch austherapiertes Mädchen aus Dieburg, meldete sich und wollte Corinnas Pferd "Gameboy" besuchen. Es war "Ayleen" (http://www.hilfe-fuer-ayleen.de), eine wahre kleine "Pferdenärrin". Von den Eltern wussten wir, dass sie nur noch "palliativ" behandelt wurde, eine Beinprothese hatte, großen gesundheitlichen Schwankungen unterlag und ziemliche schlechte Prognosen hatte. Im Grunde ging es darum, die ihr verbleibende Zeit so schön wie möglich zu gestalten, weshalb wir auch sehr unsicher waren, wie das erste Treffen ablaufen würde.
Wir waren sehr überrascht, als wir feststellten wie Ayleen reagierte, als sie das Pferd sah. Sie wollte unbedingt reiten und bekam dabei dieses Leuchten in den Augen, wie man es kaum beschreiben kann. Mit Unterstützung setzten wir sie auf Gameboy, Ayleen ritt los und wollte nicht mehr runter. Es war Liebe auf den ersten Blick und das Strahlen in Ayleens Augen, immer wenn sie auf Gameboy saß, werden wir nie vergessen!
Ayleen kam dann regelmäßig, wenn es ihr Gesundheitszustand zuließ, wöchentlich 1 - 2 mal. Sie blühte regelrecht auf, wenn sie bei Gameboy war und mobilisierte trotz ihres Handicaps unvorstellbare Kräfte. Selbst an Tagen, an denen es ihr sehr schlecht ging, gab ihr Gameboy Kraft und sie rappelte sich auf und ritt los. Sie genoss diese Momente so sehr, dass sie alles um sich vergaß, es gab keine Krankheit, keine Schmerzen, nichts mehr, nur die Freude und der Spaß mit Gameboy und das Reiten.
Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die deutlich über das Reiten hinaus ging. Auch als Ayleen in eine andere Klinik verlegt wurde und durch den sich verschlechternden Gesundheitszustand deutlich weniger zu uns kommen konnte, blieb der enge Kontakt bestehen. An einem sehr heißen Sommertag, es war der 18. August, ging es Ayleen mal wieder etwas besser und sie wollte unbedingt reiten gehen. Trotz einer Feier im Bekanntenkreis die wir unterbrechen mussten, trafen wir uns noch am späten Abend um die heißen Temperaturen zu umgehen. "Ich weiß heute noch nicht warum", sagt Corinna immer wieder, "aber ich hatte das Gefühl, Ayleen diesen Wunsch unbedingt erfüllen zu wollen" Es war das richtige Gefühl, denn an diesem Abend war Ayleen das letzte Mal bei uns.
Am 14. September 2013 verstarb Ayleen im Alter von nur 12 Jahren. Sie hat mit ihrer tapferen Art und unbekümmerten Lebensfreude tiefe Spuren in unseren Herzen hinterlassen.

Diese Zeit hat uns sehr geprägt und den Wunsch in uns geweckt, weiteren Kindern solch schöne Momente ermöglichen zu wollen. Kindern, die sonst nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, vielleicht auch so ein Leuchten in die Augen zu zaubern, das sollte unser Ziel sein! Und es war die Geburtsstunde von "Happy?Kids".

Und noch etwas war klar, es sollte sich nicht nur auf unsere Region beschränken sondern "bundesweit" den Kindern glückliche Momente schenken.

Seit dem hat sich einiges getan: fast 60 Mitmacher, verteilt auf das gesamte Bundesgebiet, haben sich schon gefunden!
Besitzer von Pferden, Hunden, Eseln, Alpacas, Katzen, Schweinen und anderen Tieren aber auch Bauern mit Traktoren und Kutschbesitzer haben sich zusammen gefunden, um gehandicapten Kindern wieder eine wenig Lebensfreude und Mut zu schenken.

Und das soll nur der Anfang von etwas ganz Großem sein